Wenn stationäre Einrichtungen zu Weiterbildungsstätten werden, verschlechtert sich die Ausbildungsqualität entscheidend.

Faktenlage: Bezüglich der Weiterbildungsstätten werden inzwischen verschiedene Modelle diskutiert. Bisher sollten Psychosomatische und Psychiatrische Kliniken bzw. größere stationäre Versorgungseinrichtungen Weiterbildungsstätten sein, die ihre Weiterbildungsassistenten während der gesamten stationären Weiterbildungszeit ähnlich wie ärztliche Weiterbildungsassistenten bezahlen sollen und gleichzeitig als Weiterbildungsstätten befugt wären. Abgesehen von Defiziten an für die Ausbildung qualifiziertem Personal finden die hier erbrachten therapeutischen Leistungen im Rahmen der stationären oder tagesklinischen Einzel- oder Gruppenkomplextherapie oder entsprechender Rehabilitationsangebote statt oder es handelt sich um die Leistungserbringung innerhalb der Psychiatrischen (PIA) oder Psychosomatischen (PsIA) Institutsambulanzen. Bei einer Verweildauer in der Psychiatrie oder Psychosomatik oder Rehabilitation von ca. 25 Tagen/Patient hält sich in all diesen genannten Einrichtungen ein durchschnittlicher Patient maximal 4 Wochen, in seltenen Fällen 6 Wochen auf. Ein Patient erhält durchschnittlich 1 Stunde pro Woche Einzeltherapie und maximal 2-3 Std. Gruppentherapie pro Woche. Somit können hier nur ultrakurze Einzeltherapien tatsächlich innerhalb der Einrichtungen zustande kommen. Auch gruppentherapeutisch kommen durchschnittlich nur maximal 12 bis 15 Therapiesitzungen pro Aufenthalt zusammen. Nach Lage der Dinge kann es sich beim überwiegenden Teil dieser Sitzungen also bereits formal gar nicht um Behandlungen handeln, die jenen Kriterien entsprechen, die an eine Ausbildungstherapie im Sinne der § 4 Abs. 1 PsychTh-APrV bzw. KJPsychTh-APrV angelegt werden.

Da die mangelnde Eignung dieser Einrichtungen offenkundig ist, werden gegenwärtig auch Verbundmodelle (stationär-ambulant; Kliniken-Weiterbildungsinstitute etc.) diskutiert. Diese Vorstellungen verschleiern den Umstand, dass eine derartige Weiterbildung, wie auch im bisherigen Gesetz gefordert, „aus einer Hand“ erfolgen muss. Die Weiterbildungsleitung muss in der Verantwortung einer Stelle liegen (der Beschluss des 25. Deutschen Psychotherapeutentages sieht eigentlich die jetzigen Ausbildungsstätten als zukünftige Weiterbildungsstätten vor!), die gegebenenfalls auch Kooperationen eingeht.