• Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 fordert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf, den im Sommer 2017 vorgelegten Arbeitsentwurf für ein Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG) zurückzunehmen (siehe auch die Stellungnahme der Bundesärztekammer). Auch der Bund der Psychologen, wie die Mehrzahl der Psychotherapeutenverbände, aber auch die großen Facharztverbände, die die ärztliche Psychotherapie vertreten - DGPPN, DGKJP und DGPM - weisen den Arbeitsentwurf zurück.
  • In einer Pressemitteilung vom 15.Mai 2018 versuchen einige Berufsverbände (bvvp, dgvt, DPtV, vakjp) in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, der übergroße Teil der Psychotherapeuten würde den Gesetzentwurf begrüßen. Diese Instrumentalisierung der im ‚Gesprächskreis II‘ zusammengeschlossenen über 30 Verbände der Psychologischen- und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wird durch DPV und DGPT wie auch andere Verbände zurückgewiesen.
  • Wesentliche Forderungen der Psychotherapieverbände (siehe Forderungskatalog der DGPT) an eine Gesetzesnovelle sind nach wie vor:
    • eine Legaldefinition von Psychotherapie, die die wissenschaftliche Anerkennung der eingesetzten Verfahren einschließt,
    • die durchgängige Studierbarkeit eines eigenständigen Psychotherapiestudiums in allen dafür geeigneten Hochschulen,
    • eine fachkundige und praxisbezogene Vermittlung der Grundlagen aller wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren entsprechend dem BMG-Eckpunktepapier,
    • die verbindliche Einrichtung eines Praxissemesters und umfangreicher psychotherapiebezogener Praxiserfahrungen, die bereits im Bachelorstudium beginnen müssen,
    • den vollständigen Verzicht auf Modellstudiengänge, die den zusätzlichen Erwerb pharmakologischer Kompetenzen zum Ziel haben, die in die Approbation einbezogen werden sollen,
    • die zukünftige Berücksichtigung der fachlichen Koordinierung der Weiterbildung durch die etablierten Weiterbildungsinstitute sowie
    • die Schaffung tragfähiger Finanzierungsgrundlagen für eine Weiterbildung.