• Für die Beibehaltung der heutigen qualitätssichernden Legaldefinition für Psychotherapie!

  • Gegen die Direktausbildung zu einem „Approbierten Psychologischen Psychotherapeuten“ ohne Fachkunde in einem wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren!


Unter dem Stichwort „Übergangstherapie“ ist neuerdings eine - wenn auch zeitlich begrenzte – Psychotherapie auch durch Therapeuten ohne abgeschlossene Ausbildung nach dem Psychotherapeutengesetz und insbesondere Heilpraktiker möglich.


Sie soll laut Verband der Heilpraktiker dazu dienen „…akut psychisch Erkrankte sofort zu unterstützen und die Wartezeit auf einen kassenzugelassenen Therapieplatz zu überbrücken…[…].“


Neu ist, dass auch Heilpraktiker Zugang zur kassenfinanzierten ambulanten Versorgung bekommen und mit gut ausgebildeten fachkundigen Approbierten Psychotherapeuten um die Kostenerstattung konkurrieren dürfen.


Der Verband der Heilpraktiker frohlockt: „…Als Therapeut ersparen Sie sich nicht nur die zeitaufwendigen Einzelverhandlungen mit Krankenversicherern, sondern im Rahmen der vorvereinbarten Sitzungen auch das bisher übliche Berichtswesen..."


Wir appellieren an die Berufspolitiker der Bundespsychotherapeutenkammer und der Berufsverbände, sofort die Schwerpunkte ihrer Pläne zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes in folgenden Punkten zu überdenken:


1. Es muss das gesellschaftliche Bewusstsein, dass Psychotherapie nur Psychotherapie ist, wenn Sie hohen Qualitätsstandards genügt, gestärkt werden. Somit ist die geplante Abschaffung der gegenwärtigen Legaldefinition, die ganz bewusst Psychotherapie an die Fachkunde in einem wissenschaftlichen Verfahren bindet, das Einfallstor für die Vertreter der Industrialisierung der Medizin, die nur darauf warten, den unqualifizierten Billigpsychotherapeuten in der Breite der Medizin einzusetzen.  


2. Eine Approbation und damit volle Berufserlaubnis als Psychotherapeut darf nicht ermöglicht werden, ohne dass der Absolvent ein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren beherrscht. Nur dann kann abgesichert werden, dass sich auch nach der Reform keine Person Psychotherapeut nennen darf, die nicht im Besitz der Fachkunde ist.