Das Direktstudium, sei es in der Form eines 5-jährigen medizinähnlichen oder eines 2-jährigen Masterstudiengangs soll nach der Approbation sowohl eine Weiterbildung im Erwachsenen- als auch im Kinder- und Jugendlichenbereich ermöglichen.

Damit werden bewährte Zugangswege zum Erwerb der Fachkunde ausgeschlossen. Ein für die Kinder- und Jugendlichen- wie Erwachsenenpsychotherapie gemeinsamer Zugangsstudiengang schließt nicht nur die Wissensbestände der pädagogischen Disziplinen aus, sie führt auch nach allen Erfahrungen zum allmählichen Verschwinden des fachkundigen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, da ein einheitlicher Zugangsstudiengang zur Weiterbildung eine Interessenselektion zugunsten der Erwachsenenpsychotherapie einschließt. Nach einer Statistik der Befürworter der Direktausbildung soll sich ein Drittel der Studenten der Psychologie im Studium vorstellen können, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut zu werden.

Dies steht in direktem Kontrast zur gegenwärtigen Versorgungspraxis. Beweisend dafür ist die Tatsache, dass gegenwärtig Psychologische Psychotherapeuten, die auch die sozialrechtliche Erlaubnis zur Durchführung von Kinder und Jugendlichenpsychotherapie besitzen, gar nicht oder lediglich mit sehr geringen Leistungen für die Psychotherapie von Kindern- und Jugendlichen zur Verfügung stehen, die ihrem Versorgungsauftrag nicht gerecht werden (d.h. sie werden im Rahmen der Sicherstellung der Versorgung mit ihrem Anteil in die Berechnung einbezogen und nehmen entsprechende Niederlassungskontingente in Anspruch, ohne entsprechende kinder- und jugendpsychotherapeutische Leistungen zu erbringen).  

Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum sich dies zukünftig ändern soll, wenn Absolventen nach der Approbation die Wahl der Spezialisierung haben! Dieser Umstand ist mitverantwortlich für derzeitige Versorgungsprobleme im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und genau diese Konstellation wird durch das Novellierungsmodell des BMG generell hergestellt.